Welttuberkulosetag 2024

Die Wiener Krankheit

 

Haben Sie schon einmal von der „Wiener Krankheit“ gehört? So wurde die Tuberkulose Ende des 19. Jahrhunderts genannt. Denn besonders im städtischen Wien war sie damals sehr verbreitet. Zwischen 1881 und 1914 forderte sie im heutigen österreichischen Gebiet ca. 20.000 Todesopfer. Die Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die durch das Mycobacterium tuberculosis ausgelöst wird. 2022 starben weltweit 1,3 Millionen Menschen an Tuberkulose. Sie ist auch eine der Haupttodesursachen für Menschen, die an HIV/AIDS erkrankt sind. Besonders verbreitet ist die Tuberkulose heute in Gebieten der Erde, die stark von Armut betroffen sind. So erkranken also hauptsächlich Menschen, die in sozial prekären Situationen leben und unzureichenden Zugang zu Gesundheitsversorgung haben.

 

Wenn rechtzeitig und richtig diagnostiziert, ist die Tuberkulose eine gut behandelbare Krankheit – vorausgesetzt, es handelt sich nicht um ein multiresistentes Bakterium. Das bedeutet, dass das Bakterium auf mindestens zwei der Standardmedikamente nicht mehr reagiert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt multiresistente Bakterien eine der größten Gesundheitsherausforderungen der nahen Zukunft. Ursache für die Entwicklung von multiresistenten Bakterien ist oft die falsche und nicht ausreichende Behandlung. Auch minderwertige Medikamente können das Entstehen von multiresistenten Bakterien begünstigen.

 

Der Fokus der WHO liegt darauf, breitflächige Tuberkulosetests und frühe Diagnosen durchzuführen sowie den Menschen schnell eine adäquate Behandlung zu ermöglichen. Der Fortschritt in der Arbeit gegen Tuberkulose wurde massiv durch Covid-19 beeinträchtigt. In den Hochzeiten der Pandemie wurden signifikant weniger Menschen getestet, rechtzeitig diagnostiziert und adäquat behandelt, was zu einer Vielzahl an vermeidbaren Todesfällen geführt hat. Der ausbleibende Fortschritt in der Krankheitsbekämpfung wird langsam aufgeholt, aber der Rückschritt ist immer noch spürbar.

 

Jedes Jahr am 24.03. findet der von der WHO ausgerufene Welttuberkulosetag statt. Er soll das Bewusstsein für die tödlichen Auswirkungen der Tuberkulose erhöhen. Die kontinuierliche Arbeit zur Überwindung der „Wiener Krankheit“ ist essenziell, um globale Gesundheit zu ermöglichen.

 

Wir setzen uns für eine Beendigung der Tuberkulose-Epidemie bis 2030 ein. Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Ökumenisches Pharmazeutisches Netzwerk (EPN) arbeiten wir für das Recht auf adäquate Gesundheits- und Medikamentenversorgung für alle. Unterstützen Sie uns in unserem Engagement gegen Tuberkulose und multiresistente Bakterien.

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