Petra und Paula.

Petra und Paula - Warum eigentlich nicht?

Wissen Sie, wer die starken Frauen* im Umfeld von Petrus und Paulus waren? Nein? Das wundert nicht, da in der Geschichte, auch der katholischen Kirche, wenig von und über Frauen* berichtet wurde. Dabei gab und gibt es ungefähr gleich viele Männer* und Frauen* auf der Welt, auch zur Zeit der Kirchengründung. Über Petra und Paula spricht niemand – Petrus und Paulus kennen viele. Petra und Paula haben es weitaus schwerer, sichtbar zu sein.

 

Nach über 2000 Jahren ist es an der Zeit, sich endlich Gedanken zu machen, welchen Weg Petra und Paula hätten gehen können. Einen Weg, der immer noch schlechtere Bildungschancen für Frauen* bereithält, geringere Löhne bei gleicher Tätigkeit und mehr unbezahlte Sorgearbeit bietet. Einen Weg, der mit einem höheren Risiko verbunden ist, mit sexueller Gewalt konfrontiert zu sein und in Armut zu leben. Die Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen stellte auch im März 2023 noch fest: Die Vernachlässigung von Frauen* in der medizinischen Forschung ist ein tödliches Risiko. [UNO] Alle zwei Minuten stirbt eine Frau* bei der Geburt eines Kindes. [UNO] Alle zehn Minuten wird weltweit ein Mädchen* oder eine Frau* von einem Familienmitglied getötet. [UNO]

 

Schon das Wort „Gründerväter“ verrät uns, dass mit der Erschaffung von Neuem primär Männer* assoziiert werden. Dabei ist diese Verknüpfung längst überholt. Nicht nur wurden viele naturwissenschaftliche Erfindungen, wie die Solarenergie, von Frauen* entdeckt, auch zahlreiche Widerstandskämpfer*innnen, Aktivist*innen und herausragende Persönlichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sind weiblich. Dennoch wird laut den Vereinten Nationen vollständige Gleichberechtigung erst in 300 Jahren eintreten. Verantwortlich dafür sind religiöser Fanatismus, Krieg, verringerte Bildungschancen und Konservatismus, die die Fortschritte der letzten Jahrzehnte bremsen. Das Grundproblem bleibt aber das Patriarchat.

 

Im Jahr 2022 wurden 52 Prozent der neuen Unternehmen in Österreich von Frauen* gegründet [WKO]. Vorherrschend männlich besetzt bleiben allerdings die Führungspositionen und Vorstandsstühle in bestehenden Firmen. Gerade einmal zehn Prozent der 200 größten österreichischen Unternehmen werden von Frauen* geführt, im Vorstand mitsprechen können sie nur in 25 Prozent. Diese fehlende Perspektive von Frauen* ist nicht nur Ausdruck des Patriarchats, sondern schädigt alle Menschen in der Gesellschaft. Mangelnde Gleichberechtigung, Stereotype und die Unterdrückung von Frauen* verringern die Gesundheit aller Menschen.

 

Für mehr Sichtbarkeit der Menschenrechtsverletzungen und mehr Gleichberechtigung setzt sich plan:g in Anlehnung an die Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Vereinten Nationen ein. SDG 5 zur Gleichstellung aller Geschlechter war eine Grundlage für das Projekt body rEVOLution!, in dem plan:g auf die körperbezogenen Stereotype von Mädchen* und Jugendlichen eingegangen ist. Ein wichtiger Schritt gegen Diskriminierung.

 

Bis heute kämpfen Frauenbewegungen auch in der katholischen Kirche für mehr Mitspracherecht und Gleichberechtigung, aber das menschengemachte Kirchenrecht verbietet Frauen*, gleiche Aufgaben wie Männer zu übernehmen. Für eine gerechte und gesunde Welt müssen nicht nur im kirchlichen Kontext, sondern global Frauen* einkommensunabhängig und nachhaltig gleichgestellt werden. Deshalb arbeitet plan:g mit Petra und Paula gemeinsam an globaler Gleichberechtigung in verschiedenen (Gesundheits-)Projekten und entwickelt Möglichkeiten, gehört zu werden und mitzugestalten.

 

Arbeiten Sie mit uns daran, dass Gleichberechtigung schneller eintritt und die wiedereinsetzende Verschlechterung der Stellung von Frauen* gestoppt wird. Unterstützen Sie plan:g. Seien auch Sie solidarisch mit Petra und Paula.

 

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